Trashtalk auf der einen, Basketball auf der anderen Seite

Die Spiele zwischen der weiblichen U18 des Altrahlstedter MTV und des Elmshorner MTV waren in den zwei vergangenen Spielzeit immer für eine Überraschung gut. Tabellarisch gesehen sollten diese Spiele immer zu gunsten der Elmshornerinnen entschieden werden, jedoch taten sich die Mädels viel zu schwer, sodass häufig erst im 4. Viertel eine Entscheidung zugunsten des nördlichsten Teams des HBV erarbeitet werden konnte.

Am 09. Februar stand nun das fünfte Duell der beiden Teams auf dem Plan und das Spiel enttäuschte keineswegs. Die Gastgeber aus Rahlstedt hatten sich Verstärkung aus Bramfeld gesichert, für ein Trikot reichte es jedoch noch nicht, weshalb die entsprechende Spielerin neben den Farben Rot (AMTV) und Blau (EMTV) noch die Farbe Weiß ins Spiel einbringen wollte. Die Schiedsrichter, welche später noch eine entscheidene Rolle spielen sollten, erlaubten dies jedoch nicht, auch EMTV Coach Ken Karstens war wenig von diese Idee begeistert. Bereits dieser moralisch verwerfliche Wunsch eines Trikotwechsels sorgte für großes Entsetzen bei der entsprechenden Spielerin. Zum Glück konnte sich schnell ein geeignetes T-Shirt finden lassen und somit das Spiel beginnen.

Die Gastgeberinnen fanden direkt gut ins Spiel und konnten sich nach dem ersten Elmshorner Korb innerhalb von 2 Minuten mit 5 Punkten absetzen. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel bei dem der Vorsprung aus Rahlstedter Sicht konstant bei 4-6 Punkten gehalten werden konnte. Spannend wurde es dann in der 8. Spielminute. Die Gastspielerin aus Bramfeld, unterschätzte die ihrer Meinung nach unterirdische Elmshorner Defensivleistung, verlor den Ball im 1 gegen 1 und ließ sich auf Grund dieser Majestätsbeleidigung zu einem Foul hinleiten. Das Schiedsrichtergespann entschied sofort auf ein unsportliches Foul. Eine gewagte These, schließlich hielt die Bramfelderin deutlich ohne Möglichkeit den Ball zu spielen, den Arm der Elmshonerin fest, um eine 1 gegen 0 Situation zu vermeiden. Beglückt von der Entscheidung gegen ihre Person fragte sie den Schiedsrichter lautstark ob dieser eigentlich “völlig behindert ist”. Ihre Frage wurde prompt mit einem technischen Foul beantwortet. Auf Grund der eher nicht so stark ausgeprägten Regelkunde musste sie leider feststellen, dass sie somit nicht weiter am Spiel teilnehmen dürfe. Weiter passierte im 1. Viertel jedoch nichts – 19:16 zugunsten des AMTV

Die Viertelpausenansprache beider Teams fiel unterschiedlich aus. Während die Elmshorner nur mit unnötigen Turnover zu kämpfen hatten, wollten die AMTVlerinnen sich nun vermehrt auf das Pöbeln gegenüber der Schiedsrichter konzentrieren. Glücklicherweise konnten beide Teams ihre Ziele umsetzten. Der EMTV zeigte einige gut ausgespielte Korbabschlüsse und die völlig überzogenen Kommentare der Gastgeber konnten reihenweise in der Halle verbreitet werden, für die allgemeine Unterhaltung war also gesorgt. Leider entwickelte sich bei der Führungsspielerin der Rahlstedter eine eher aktiv aggressive Stimmung, sodass diese angestichelt von der bereits spieldisqualifizierten Bramfelderin öfter zu Football ähnlichen Tacklings ansetzte und entsprechende Offensivfouls sammelte. Das schnelle Umschaltspiel der Gäste sorgte außerdem für mächtige Abstimmungsschwierigkeiten und viele freie Korbleger, das Spiel wurde gedreht – 26:41 für den EMTV.

Für das 3. Viertel gab es neue taktische Anweisungen. Die Rahlstedterinnen wollten nun vermehrt durch Trashtalk die Elmshornerinnen aus dem Konzept bringen. Coach Ken hingegen stellte auf eine Ganzfeldverteidigung um, da er das Aufbauspiel der Gastgeber unterbinden wollte. Die Folge war vermutlich das beste Viertel, welches dieses Team in 3 Jahren jemals in die Halle zauberte. Gefeiert von den mitgereisten Zuschauern (3) und angeheizt von den überaus qualifizierten AMTVler Kommentaren wie: “die können ja gar nichts”, “guck mal wie schlecht die in der Defense sind” oder “du stinkst” erzielten die Mädels insgesamt 42 Punkte. Besonders erfreulich war hierbei auf ironische Weise die gute Defensive aus der häufig schnelle Fastbreaks generiert werden konnten – 37:83 für die Gäste aus Elmshorn.

Das Spiel war somit vor dem 4. Viertel bereits entschieden, trotzdem wollte man aus Elmshorner Sicht das Tempo weiterhin hoch halten und war damit erfolgreich. Mit 4:36 wurde auch das letzte Viertel für die Gäste entschieden. Von der Rahlstedter Bank hagelte es weiterhin sportliche Kommentare in denen die verbliebenden 4 Spielerinnen aufgefordert wurden aktiv und unsportlich zu foulen, zum Glück blieben Verletzung an dieser Stelle des Spiels aus – Endstand: 41:119 für den EMTV

Abgesehen von den anfanglischen Schwierigkeiten zeigten die Elmshornerinnen eine tolle Teamleistung, auf die gut und gerne weiter aufgebaut werden kann.

Gespielten für den EMTV: Aileen, Janina, Kira, Leonie B., Maya und Ilayda